maligne Larynxtumore

Larynxkarzinom:

Das Larynxkarzinom ist der häufigste Kopf-Hals-Tumor mit 5 – 10 Erkrankungen / 100.000 Einwohnern. Männer sind 10x häufiger betroffen als Frauen und das Karzinom tritt meist in der 5.-7- Dekade auf.

Risikofaktoren sind vor allem Nikotinabusus und hochprozentiger Alkohol, aber auch Asbest, Chrom, Nickel, Uran und ionisierende Strahlung sind gefährdend, sowie eine bestehende chronische Laryngitis oder Papillomatose.

Lokalisation: Die Lokalisationsbestimmung ist als ausgesprochen wegweisend anzusehen, da sie einen prognosebestimmenden Faktor darstellt. Zu 70% ist das Larynxkarzinom an der Glottis lokalisiert, was zugleich die Lokalisation mit der günstigsten Prognose darstellt, da hier im Vergleich zu den anderen Lokalisationen schon früh Symptome wie Heiserkeit und Fremdkörpergefühl auftreten. Aufgrund der mangelhaften Anlage von Lymphwegen in diesem kleinen Areal, ist bei einem glottischen Befall des Larynx zumeist mit keiner oder einer minimalen Lymphknotenmetastasierung zu rechnen. Zu 30% liegt das Larynxkarzinom im supraglottischen Raum (CAVE: hier steigt die lokale Metastasenhäufigkeit!) und sehr selten (< 1%) im Bereich der Subglottis.
Wird ein Larynxkarzinom nicht adäquat therapiert, so drohen Blutungen, Kachexie, Metastasierung sowie der Tod durch Erstickung.

Als operative Therapie stehen verschiedene Möglichkeiten in aufsteigender Radikalität zur Verfügung:
- mikrochirurgische Dekortikation der Stimmlippe
- Chordektomie – Stimmlippenentfernung (laserchirurgisch!)
- Thyreotomie in LA (offener Zugang von außen)
- Larynxteilresektion, vertikal oder horizontal
- Laryngektomie ggf. mit Neck Dissection / Radiatio

 

Damit der Patient auch nach einer Laryngektomie (LE) auf sprachlicher Ebene kommunizieren kann, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Stimmrehabilitation zur Verfügung:

- Ösophagusersatzstimme (Ruktusstimme)
  à hierbei schluckt der Patient Luft und lässt sie unter Bildung von Lauten kontrolliert wieder
       entweichen. Anschließend beginnt der Prozess von vorne.
- elektronische Sprechhilfe (Servox)
  à bei dieser Methode hält sich der Patient ein kleines Gerät an den Mundboden, das Schallwellen
       abgibt, die dann zu Lauten geformt werden können.
- Ösophagotrachealstimme (Stimmprothese)
  à hier wird im Rahmen der Laryngektomie ein Shunt-Ventil zur Verbindung zwischen Trachea und
       Ösophagus eingebaut, die als physiologischer Ersatz fungieren. Verschließt der Patient das
       Tracheostoma manuell gelangt die Luft aus der Lunge über das Ventil (ösophago-tracheales   
       Stimmbildungssegment) in den Rachen- und Mundraum und Sprache kann gebildet werden.